Pressemitteilung der Initiative Wohnraumgeist

Podiumsdiskussion zur Wohnungsnot in Göttingen abgesagt
Die Podiumsdiskussion zur Wohnungsnot in Göttingen, die von der Initiative
Wohnraumgeist und der Universitätsleitung gemeinsam veranstaltet werden sollte, ist
abgesagt. Einer konstruktiven Zusammenarbeit und Organisation der Podiumsdiskussion
hatte sich die Universitätsleitung immer wieder in den Weg gestellt, so dass uns nur bleibt,
die Veranstaltung abzusagen.
Die Initiative Wohnraumgeist ist aus der kurzzeitigen Wiedereröffnung des seit über drei
Jahren leerstehenden, ungenutzen Wohnheims Geiststraße 10 hervorgegangen. Bereits
am Morgen des Folgetages ließ die Universitätsleitung die anwesenden Menschen
polizeilich räumen. Eine Podiumsdiskussion zur Wohnungsnot in Göttingen war bereits zu
diesem Zeitpunkt eine Forderung der Wohnheimwiedereröffner_innen.
Bereits kurz nach der Räumung der Geiststraße 10 trat die Initiative Wohnraumgeist in
den weiteren Dialog mit der Universitätsleitung, die zusagte, die Podiumsdiskussion in
naher Zukunft gemeinsam durchzuführen und sich auch selbst auf dem Podium kritischen
Fragen zu stellen. Des Weiteren wurde angekündigt, gemeinsame Gespräche mit uns und
der Stadt durchzuführen um auf breiter Basis Maßnahmen gegen die Wohnungsnot in
Göttingen einzuleiten. Bereits kurz danach gab es ein erstes Gespräch zwischen der Stadt
und der Universitätsleitung.
In den folgenden Monaten gestaltete sich die Kommunikation mit der Universitätsleitung
jedoch sehr schwierig, da diese z.B. teilweise über viele Wochen nicht auf wiederholte
Anfragen antwortete. Fragen nach den Ergebnissen des ersten Gesprächs mit der Stadt
wurden konsequent ignoriert. Bezüglich der Podiumsdiskussion zeigte die
Universitätsleitung keinerlei Initiative, zur Organisation und Bewerbung beizutragen.
Lieselotte Meier von der Initiative Wohnraumgeist erklärt hierzu:
„Die Taktik der Universitätsleitung besteht offensichtlich darin, die Sache ins Leere
laufen zu lassen. Das Problem der massiven Wohnungsnot in Göttingen ist für sie
nur solange relevant, wie es auch wahrnehmbare Proteste gibt. Abseits davon wird
versucht, kritische Initiativen, wie unsere, hinzuhalten und so Proteste zu befrieden.
Die miserable Situation, in der sich auch viele Studierende der Universität
angesichts massiv gestiegener Mieten und mangelndem Wohnraum befinden,
wird von der Universitätsleitung nach Möglichkeit ignoriert.“

Zufällig erreichte uns jetzt zudem die Information, dass ein weiteres Treffen zwischen
Stadt und Universitätsleitung stattgefunden hat, zu dem von studentischer Seite einzig der
AStA eingeladen worden war. Die Initiative Wohnraumgeist wurde hierzu nicht eingeladen.
Lieselotte Meier dazu weiter:
„Der Bruch mit der Absprache, ein gemeinsames Treffen mit der Stadt zu
organisieren, zu dem auch wir als Initiative der von Wohnungsnot betroffenen
studentischen Basis eingeladen werden sollten, stellt die konsequente Fortführung
einer ignoranten Haltung gegenüber komplizierten, aber wichtigen Problemen der
Studierendenschaft seitens der Universitätsleitung dar. Die Uni verdeutlicht damit,
dass ein konstruktiver Dialog mit ihr derzeit nicht möglich ist. Wenn sich in der
Frage der Wohnungsnot in Göttingen etwas bewegen soll, bedarf es des massiven,
lautstarken und vor allem unbequemen Protests und Widerstands. Nur so lassen
sich letztlich auch die schwerfälligen Elefanten Universität und Stadt bewegen, aktiv
etwas für die Verbesserung der aktuellen Situation zu tun.“

Wir fordern deshalb dazu auf, von der Basis ausgehend Wohnungsnot mit den vielfältigen
Mitteln des Protests und der Direkten Aktion zu skandalisieren!
Sozialen Wohnungsbau massiv fördern!
Leerstand zu Wohnraum!
Guter Wohnraum für alle!
Initiative Wohnraumgeist

Hausbesetzung in Marburg und Frankfurt

In Marburg ist am 09.02. die Fronhofschule besetzt worden.
Am vergangenen Samstag wurde in Frankfurt das Sigmund-Freud-Institut besetzt.
Vorangegangen sind in den Städten jeweils Demonstrationen, in Marburg gegen die Erhöhung der Mietpreise und die Verschärfung der Wohnungsknappheit, in Frankfurt gegen das Räumungungsurteil des IVI.

Die Besetzung ist ein Symbol für den Kampf gegen die Wohnungsnot. Es ist wichtig, diesem Problem entschlossen entgegen zu treten!

Wir sprechen unsere solidarischen Grüße an die Menschen in Marburg und Frankfurt aus!

Wohnraumgeist

Pressemitteilung der Initiative Wohnraumgeist

Heute hat zwischen 12.30 und 13.40 Uhr ein Gespräch zwischen sieben Vertreter_innen
der Initiative Wohnraumgeist, einem AStA-Vertreter, der Präsidentin der Universität (Ulrike Beisiegel)
sowie weiteren Vertretern der Universität und des Studentenwerks stattgefunden.

Voraussetzung für konstruktive Gespräche war von unserer Seite die Rücknahme der
Anzeigen wegen Hausfriedensbruchs bezüglich der Räumung der Geiststraße 10
vergangenen Donnerstag. Nach längerer Diskussion und interner Beratung des
Präsidiums wurde dem zugestimmt, so dass die Gespräche beginnen konnten.

Die Problematik der Wohnungsnot bei steigenden Studierendenzahlen ist der
Universitätsverwaltung seit Jahren bekannt. Der massive Abbau von Wohnheimplätzen
seitens des Studentenwerks innerhalb der letzte Jahre wurde durch die Universität nicht
verhindert. Auch Gegenmaßnahmen wurden bisher weder eingeleitet noch umgesetzt. Als
einziges Projekt verweist die Universität derzeit auf ein geplanten Studierendenwohnheim
im Nordcampusbereich, dessen Baubeginn erst 2015-16 angedacht ist. Falls der
entsprechenden Bebauungsplan genehmigt wird.
Die Universität zeigt deutlich, dass es nicht ihre Priorität ist, Wohnraum in der Innenstadt
für Studierende zu erhalten, geschweige denn zu erschaffen.

Angeblich existieren derzeit keine Gebäude im Universitätsbesitz, die zugleich leer
stünden und noch nicht verplant seien. So auch das frühere Wohnheim Geiststraße 10,
welches seit Januar 2010 leer steht und vergangenen Mittwoch für einige Stunden als
Wohnraum wiedereröffnet wurde. Dieses sei seit Ende vergangenen Jahres für die
Akademie der Wissenschaften reserviert. Ein konkreter Bautermin kann jedoch noch
immer nicht genannt werden. Die Universitätsleitung hat es klar versäumt, ihre Prioritäten
adäquat zu setzen und den Erhalt und die Schaffung von Wohnraum vorzuziehen.

Für eine konstruktive Zusammenarbeit und die Planung weiterer Schritte sind bereits
Gespräche zwischen uns, dem AStA, der Universitätsleitung sowie der Stadt geplant.
Des weiteren hat die Universitätsleitung unsere Einladung zu einer Podiumsdiskussion zur
aktuellen Wohnraumsituation für Anfang Februar angenommen.

Unsere Devise lautet:
Innenstadtnaher, attraktiver Wohnraum statt Jugendherbergsatmosphäre am Stadtrand.
Zeitnahe Lösungen, die den Studierenden jetzt helfen, statt langatmige Projekte in ferner
Zukunft! Leerstand zu Wohnraum statt Schließung von Wohnheimen, egal welcher Größe!